Paul Millns und Butch Coulter
Undercover
It´s always the same: play the waiting game
Oft wird er verglichen, Namen wie Randy Newman, Joe Cocker oder
Tom Waits stehen im Raum. Millns aber ist Millns, als Poet und Interpret
der eigenen Songs eine Klasse für sich. Er ist dabei sehr britisch,
was als Kompliment verstanden werden will, ein Gentleman am Piano,
mit Humor, Selbstironie und traurigen Geschichten, die er mit tiefer
Melancholie in seinen Liedern erzählt. Verloren und doch voller
Hoffnung vermittelt er in "Stuck In A Bar" die Sehnsucht,
mit seinem Mädchen zu reden, das längst weg ist, räumt
in "No Donkey Ride", mit dem Irrtum auf, dass das Leben
ein bequemer Ritt sei. Millns geht mit seiner Wahrhaftigkeit in
jedem Text tief unter die Haut. Er belächelt sich selbst im
Titelsong "Undercover Man" und schafft bewegende Momente
mit Songs wie "Singles Night", der all den Schmerz birgt,
den einsame Herzen spüren

Paul Millns scheut sich nicht, sich in seinen
Songs, die er sämtlich selbst komponiert und getextet hat,
als Verlierer zu bekennen und damit all den anderen unglücklichen
Pechvögeln von Charlie Brown bis Mr. Bean solidarisch und voller
Poesie mit einem Lächeln die Hand zu reichen. Er singt über
Lebensgefühle, die sie und ich gut kennen, über Angst
und Verlust und über die Liebe, immer wieder die Liebe. Wie
traurig ist das "Waiting Game", an dem wir uns die Finger
verbrennen und doch nicht davon lassen können. Menschen und
Schicksale bewegen den Balladen-Sänger, der den echten Blues
im Herzen und in den Fingern hat, der aber auch mal richtig swingen
darf, wie in "Shallow Man". Ein brillanter Blues-Partner
bei "Undercover" ist ihm Butch Coulter an der chromatischen
Mundharmonika und an der E.-Gitarre. Ein fabelhaftes Album (sein
vierzehntes), das Paul Millns´ Rang an der Spitze der Blues-Liga
unterstreicht, seine Position als einer der Besten seiner Zunft
nachhaltig festigt. Mal zuhören!
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